Alle Heilung kommt aus der Quelle der Liebe<br/><br/>„Wenn du Glück hast, wirst du eine Heilung erfahren, die du erwartet hast.<br/>Wenn du wirklich Glück hast, dann geschieht Heilung in einer Form, die du dir nicht einmal erträumt hast, eine Heilung, die sich das Universum speziell für dich ausgedacht hat.“<br/>(Dr. Eric Perl)
Klarheit ist die Basis für Entscheidungsfreiheit<br/><br/><br/><br/>Entscheidungsfreiheit ist die Basis für Eigenverantwortlichkeit<br/><br/><br/><br/>Eigenverantwortung ist der Schlüssel für innere Freiheit


Es gab eine Zeit in diesem Leben, in der ich meinen Kater „Charly“ als meinen einzigen Freund bezeichnete. Er gab keine Widerworte und schien mich bedingungslos zu lieben :-)
(Das war damals meine Definition von Liebe...)
Viele Jahre lebte er bei mir, er hatte sich eines Tages einfach aus einem „Pflegekater“ zu meinem Kater entschieden zu leben, indem er nicht mehr weg wollte von meinem Zuhause.


Zu meinem Glück.


Er zeigte mir, was Freundschaft bedeutet und er forderte mich heraus, vielen Schwierigkeiten zu begegnen, die ich mir freiwillig nicht ausgesucht hätte (dachte ich). Vor allem gab er mir durch meine Liebe zu ihm auch die Gelegenheit, noch einmal mit dem Tod eines meiner Liebsten konfrontiert zu sein, den Tod meiner Mutter in mir zu heilen.
Bei dem Tod meiner Mutter war ich körperlich nicht anwesend gewesen und das hatte in mir ein Gefühl hinterlassen, als hätte ich sie im Stich gelassen. Und sie mich. So empfand ich damals.

Charly war inzwischen ca. 18 Jahre in diesem Körper als Kater. Und eines Tages war er nicht an meinem Bett, als ich morgens erwachte. Sofort wußte ich, die Zeit war gekommen.

Vier Wochen dann lag er in vollkommener Ruhe seiner selbstgewählten Abgeschiedenheit unter meinem Sofa. Wollte nicht berührt werden, blinzelte mir entgegen: Ich möchte jetzt meinen eigenen Raum für mich haben.
Er trank Wasser, aß nichts mehr und schlief die meiste Zeit.
Seine Augen wurden unterdessen immer klarer, sein Blick still und geklärt.

Er, den ich als „Vertrauen auf vier Beinen“ und als „Scherzbold“ kannte oder jedenfalls bezeichnete. Er schien nie Angst zu haben und war mehr als viel in Bewegung gewesen, döste und schlief eher weniger. Dafür stellte er umso mehr an.

Jetzt war nichts als Frieden in ihm und um ihn herum.

In diesen vier Wochen nahm ich also ganz bewußt Abschied, erinnerte mich an viele Situationen mit ihm und manche waren naturgemäß freudiger und andere schwieriger gewesen.
Doch hatte er mich immer fühlen lassen: „Wenn es drauf ankommt, bist du ganz da gewesen, für mich, für dich, für das Leben.“ Er hatte mir gezeigt: „Du bist die von mir gewählte Freundin gewesen, auf die ich voll vertrauen konnte und kann.“
Eines Tages dann war es soweit: er hatte entschieden, seinen Körper abzulegen. Lichtpunkte tanzten schon seit einiger Zeit um ihn herum.
Er flog wie ein Engel aus dem grauschwarz geringelten Fellkleid heraus.
Alles war geklärt.

Tagelang weinte ich viel und noch mehr, ich gab mich dieser tiefen Trauer einfach hin ohne ihr auch nur im Geringsten ausweichen zu wollen.
Zum ersten Mal in diesem Leben ließ ich ihr den vollen Raum.

Tage später ging ich gerade spazieren. Dachte/fühlte an ihn und unsere gemeinsame Zeit, an das, was er mir bedeutet hatte und was wir miteinander erlebt hatten.
Ich weinte und setzte mich auf eine Bank.

Plötzlich war tiefer tiefer Frieden in mir. Eine Nähe zum Leben als solches, etwas Hautnahes, Tieferfülltes.
Ich sah meinen Körper von weit oberhalb, wie er auf dieser Bank saß.
Und doch war ich gleichzeitig in diesem Körper. Das, was sich als „Ich“ wahrnahm, sah sich/diesen Teil von sich selbst auf der Bank sitzen und war wie eine fließende Bewegung in gleichzeitiger Stille um sich selbst herum, wie die Luft, die es atmet.
Es war die Bank, der Boden, die Bäume, das Flüßchen in der Nähe, die Vögel die sangen. Es/ Ich war dies alles und sah auf dieses eine, „Mein“, Leben als Ganzes:
Vergangenheit Gegenwart und Was-Kommen-Mag zu gleichen Teilen. Ich sah nicht zurück, sondern auf alles gleichzeitig.
Ich sah auf meine Arbeitsstelle, meine Wohnung, auf Menschen, die in diesem Leben eine Rolle gespielt hatten, auf einfach alles gleichzeitig und doch sah ich nicht darauf, sondern ich sah in alles
oder auf alles in mir.
Ich WAR alles und fühlte ein unbeschreibliches Gefühl aus Freude, tiefstem Glück, Frieden und eine Liebe zu allem und jedem, daß dieser Körper, der sich „Hilke“ nennt, einfach tiefst lächelte.

Ich nahm die völlige Freiheit wahr, die dieses „Ich“ nun empfand und plötzlich wußte ich:
Es ist egal, was mir geschieht oder je geschehen ist, dieses Gefühl hier, dieses Gefühl des Seins,
dies ist das Eigentliche was zählt, was ist und was die volle Wahrheit ist.

Denn Wahrheit in mir fühlt sich hautnah, echt, lebendig an.

Ich schwomm in mir selbst und schaute in diesem Sein auf alle Dinge, die ich wahrnahm und war doch all dieses selbst. Pures, tiefes Glück.
Neutrales Sein schaut auf neutrales Sein, staunend, freudig.
Der Vogel der sang, sang in mir, die Luft, die ich atmete atmete sich selbst, und alles war so wach und tief. Alles wurde wie einzeln und besonders und doch auch im Gesamten gleichzeitig wahrgenommen.

Dann meinte ich, so müsse sich Charly jetzt fühlen und: Wenn er sich jetzt so fühlt, dann gibt es keinen geringsten Grund mehr zu trauern. Er war eingegangen in den Ozean. Der Tropfen war zurückgekehrt.

Während ich so dasaß, auf dieser Bank, kam kurz der Gedanke auf: Wo bin „Ich“ jetzt eigentlich?
Auf der Bank oder überall?
Ein Gedanke, der mich wieder in die Trennung zurückschleuderte, ich sei ein einzelnes Wesen, auf mich allein gestellt.
In just diesem Moment waren plötzlich Menschen da, die anhielten und mich staunend und lächelnd betrachteten. Es war ein älteres Paar. Wo waren sie hergekommen?
Sie begrüßten mich wie eine alte Freundin, so herzlich und liebevoll.
Wir erkannten uns ohne Worte als Vertrautheit.

Und wieder badete ich in diesem Glück, dieser Tiefe dieser Allheit.

Jetzt wußte ich, ich war alles.

Da ich mich gern mit der Bedeutung von Namen beschäftigte, schaute ich später in einem Buch, was wohl eigentlich „Charly“ bedeutet.
Dieser Name stamme von „Karl“ ab, hieß es dort.
Und dieses bedeute:

„Freier Mann“

Ja, das war Charly jetzt: Frei.

Ich wußte dies, weil ich immer noch dieses alles war.

Ich war daheim.

Nicht (mehr) scheinbar allein, sondern ALL-EINES.

 

(Hilke Leanie, ca. im Jahre 2001 erlebt und im Jetzt erinnert, diesem Charly
gewidmet, dessen Liebe in mir ruht, wo sie sich kontinuierlich
weiter- und immer weiterentwickelt.)

 

 

 


Hilke Leani Wendisch - Mediale Heilerin und Intuitionstrainerin der Neuen Zeit