Höre das Lied,
9. November 2011
Du bist, geliebtes Sein auf dieser Erde, aufgerufen. Höre den Ton. Dann, wenn das scheinbare Außen am lautesten schreit, wenn die Stimmen anschwellen und die Töne des Außen schier unerträglich werden, in diesem Moment wo du da sitzt und dir nur noch die Ohren zuhalten möchtest, weil der Lärm in dir so laut geworden ist, dann siehst du mich. Ich bin das Auge inmitten des Sturmes. Ich bin die Stille, dieser Raum inmitten allen Chaos.
Dann flüstere ich dir, so zart und leise in dein liebliches Herz:
So lange und geduldig habe ich gewartet, daß du den Lärm durchschritten hast und den Nullpunkt erreichst. So zärtlich und geduldig auf dich geschaut. Denn ich weiß, daß der Tag erst erreicht werden kann, wenn die Nacht ihn ausgereift übergibt. Ja, ich bin Omar und du kennst mich sehr gut. Ich bin der Aspekt deines Seins, der auch der Hüter der Schwelle genannt wird. Ich bin sehr eng verwandt mit dem Engel des Wandels, der bei jedem Übergang auf allen Ebenen unterstützt und manchmal auch schubst. Der Engel des Wandels, der weiß, daß ein jeder Übergang einer Wanderung auf dem Grat eines Berges gleicht. Doch dies ist meist der Punkt deiner höchsten Aufmerksamkeit.
Ich bin Omar und der Engel des Wandels, der für Entbindung und saubere Loslösung sorgt (dies ist oft eine Zeit, die du, Mensch, als chaotisch wahrnimmst), bringt dich direkt zu mir. Denn du warst bereit durch das scheinbare Chaos zu gehen. Durch diesen Lärm in dir.
Dann kommt der ent-scheidende Moment, in dem du sagst: so wie bisher geht es nicht weiter, so wie bisher hat mein Leben mich nicht glücklich gemacht. In dem du die Sackgasse erkennst.
Und jetzt bist du, Engel im menschlichen Kleid, bereit. Bereit, nach anderen Möglichkeiten zu schauen, bereit, in dein Herz hinein zu atmen und zu lauschen. Losgelöst von allen Erwartungen und Vorstellungen. Denn nun hast du alle Erwartungen als Täuschung und Sackgasse erkannt. Es war ein Bild, welches dir gegeben wurde, das nur einem Zwecke diente: Etwas hinterher zu laufen was du nicht erreichen konntest. Doch der Herr der Täuschung dient der Erkenntnis, was du wirklich wählen willst. Willst du weiter rennen? Oder willst du für einen Moment ruhig sein und verweilen? Wenn du dies mit jeder Faser deines Seins willst, dann wird der Moment zur Ewigkeit.
Doch diese Stille ist voller Lebendigkeit. Du hörst deinen Atem plötzlich sehr deutlich, du fühlst deinen Herzpuls in deinen Zehen pulsieren, du hörst, wie das Blut durch deine Adern strömt, du riechst die Luft die du in deine Lungen atmest und sie riecht wie die Frische eines neuen Tages. Und dann, wenn du auf all dieses lauscht, erstaunt, wie ein kleines Kind welches die Welt entdeckt, dann kommt der Moment, in dem du deine Zellen singen hörst.
Du bist jetzt auf einer Reise inmitten von dir selbst. Und dann, wenn du deine Zellen alle miteinander singen hörst, dann wirst du der Simultanität aller Teile gewahr.
Anfangs hört es sich noch wie ein Stimmengewirr an, wo alle Zellen einen eigenen Gesang zu haben glauben, wo sie besonders singen wollen. Jede Zelle scheint ihren eigenen Ton zu haben. Jede Zelle scheint zu wissen, wohin die Reise geht. Und jede kennt ein anderes Ziel. Du lauscht diesem scheinbaren Gewirr von Tönen, ohne eingreifen zu wollen, du lauscht einfach nur, egal, wie schrill es sich anhören mag.
Und dann, ganz einfach gleitet es in dir in die Simultanität. Plötzlich, wenn alles gehört wurde so wie es klingt, gleitet es einfach und der gemeinsame Ton erklingt. Das EINE Lied offenbart sich von selbst.
Ich bin Omar und ich sage dir: Du mußt nichts tun, um zu sein, was du immer schon warst. Du mußt nichts erreichen und wenn du bereit bist, alle Vorstellungen darüber, wie irgendetwas zu sein hat, aufzugeben, dann brauchst du noch nichtmal durch ein gefühltes Chaos schreiten. Denn ich sage dir: Alles war immer schon Alles und wird es immer sein. Du kannst dich fokussieren, ja. Du kannst dich begrenzen, ja. Aber du brauchst es nicht mehr. Du kannst einfach sehen, daß alle Zellen unseres Seins gemeinsam schwingen und du wirst das Lied erkennen, das Lied der Zellen ist EINES.
Wenn du dieses Lied in dir vernimmst, dann siehst du. Du siehst die goldenen Spiralen die sich drehen und miteinander zu tanzen scheinen.
Es gibt keinen einzigen Aspekt in all diesem, der unwichtig wäre, denn siehe:
Der Tanz ist eine Art Kreistanz, nur vollständig ist der Kreis ein Kreis.
Wenn du den Kreis noch nicht sehen kannst, dann wisse einfach, daß es ihn gibt.
Wenn du das Lied noch nicht vernehmen kannst, dann wisse einfach, daß es es gibt.
Wenn du noch einzelne Töne hörst und noch keine Simultanität darin erkennen kannst, dann wisse einfach um sie.
Und du wirst das Ende als den Anfang wahrnehmen: Das Paradies.
Und dann wird alles als ALL-ES erkannt und kein Ende ist in Sicht, jede Vorstellung von einem Anfang und einem Ende verschmilzt einfach wie von selbst.
Und ich frage dich:
Bist du bereit? Bist du willens, alles hinter dir zu lassen, was dich noch vom Eintritt abhält?
Bist du bereit, durch das Tor hereinzutreten in die Erkenntnis dessen, was du wirklich bist, immer schon warst und immer sein wirst?
Du, geliebtes Wesen in mir, hast die Wahl, jetzt einzutreten oder später. Doch wisse, du mußt nicht den Kreuzweg gehen. Gehe einfach und im Gehen offenbart sich die Einfachheit des Ganzen ganz von selbst.
Du kannst gleiten wie ein Blatt sich vom Wind treiben läßt, wie ein Wassertropfen, der sich dem Fluß hingibt, oder du bestehst darauf ein einzelner Tropfen zu sein und gefrierst zu einem schönen Stern. Es macht nichts. Denn auch dann wirst du deine Schönheit erkennen.
Doch unweigerlich wirst du die Schönheit, die Köstlichkeit allen Seins eines Tages erkennen.
Ich bin Omar und ich sage dir: Wie auch immer du entscheidest, ich liebe dich vollkommen, ich liebe dich unendlich und zärtlich.
Ich habe Zeit. Und ich reiche dir meine Hand, wann immer du danach rufst.
Ich bin einfach da, immer, und immer gleich voller Liebe für dich, egal, wie du auch entscheidest und egal, welche Umwege du auch gehen magst, egal, was du tust.